Archiv für Dezember 2007

Hamburger Verhältnisse

Am vergangenen Wochenende fand in Hamburg eine bundesweite Antirepressionsdemo statt. Es kam hier mal wieder zu Behinderung von Journalisten durch die Polizei. Ich möchte das zum Anlass nehmen, eine neue Rubrik zu Gründen. Hier möchte ich Beiträge dokumentieren, die das Fehlverhalten von Polizist_innen gegenüber der Presse zeigen. Im Fall Hamburg gibt es gleich zwei Tondukumente. (mehr…)

Du bist Deutschland 2.1

Mitlerweile läuft der TV Sport zur neuen „Du bist Deutschland“ Kampagne. Bei bigmouth gibt es einen Kommentar dazu. Der Clip kann hier angesehen werden: (mehr…)

[107,1] Bad Lauterberg: Bunt statt Braun

Die Mobilisierung für eine Demonstration gegen Nazis im Harz nehme ich zum Anlass, einen Beitrag über eine Gewerkschaftsdemo im September hier zu veröffentlichen. Im September hatten die Gewerkschaften mit einer bundesweit einzigartigen Aktion zu einer Demonstration gegen Nazis im Westharz nach Bad Lauterberg mobilisiert. Zahlreiche Betriebe im ganzen Landkreis gaben ihren Mitarbeitern drei Stunden frei, damit diese an der Demo teilnehmen konnten. Die Gewerkschaften organisierten Busse, um ihre Mitglieder nach Bad Lauterberg zu transportieren. 1500 Gewerkschafter und Schüler demonstrierten für einen Nazifreien Westharz. Ich war für das Stadtradio Göttingen vor Ort.

Schriftliche Berichterstattung über Naziaktivitäten im Harz folgt.

Spiegel online, ein toter Polizist und die Autonomen

Während der diesjährigen Proteste gegen den G8 Gipfel in Heiligendamm kam ein Polizist ums Leben. Der 27-jährige Polizeiobermeister Benjamin Brekau stürzte aus einem Polizeibus, als dieser losfuhr. Brekau fiel auf den Kopf und erlag seinen Verletzungen. Ein Unfalltod, der mit den Protesten im Allgemeinen, „den Autonomen“ im Speziellen nichts zu tun hatte.

So kommt es, dass im Spiegel Online Artikel zur Gerichtsverhandlung, die die Umstände des Unfalls klären sollte, weder von Steine werfende Autonome noch Fahne schwenkenden Linksparteilern die Rede ist. Der Artikel von Jörg Diehl beschreibt den Verlauf des Verfahrens, die Ungereimtheiten, die Argumentation von Richter und Staatsanwaltschaft. Diehl bleibt sachlich, polemisiert nicht.

Warum aber, liebe SpOn Redaktion, illustriert ihr den Artikel mit einer Fotostrecke, wo auf 17 Seiten Fotos von steinewerfenden Vermummten zu sehen sind? Was hat das mit diesem Unfall, dem geschilderten Prozess zu tun? Gar nichts. Trotzdem soll beim Leser der Eindruck erweckt werden, die Protestierenden hätten irgend etwas mit dem Tod zu tun. So kann man ihnen postum doch noch einen Toten in die Schuhe schieben, wie Bild es damals, weit weniger subtil, suggeriert hatte. Seriöser Journalismus sieht anders aus.

Du bist Deutschland 2.0

Vor zwei Jahren schickte sich eine groß angelegte Werbekampagne an, das Image der Nation aufzumöbeln, das „gesunde Nationalgefühl“ zu bestärken und das Volk zum anpacken, sprich: verzichten, zu bewegen. Jetzt geht „Du bist Deutschland“ in Runde zwei. Dieses Mal sind die Kinder Deutschland. (mehr…)

[diggla] Zug der Erinnerung: Die Erinnerung zu den Menschen bringen

Auch aus Göttingen wurden während der Shoa zahlreiche jüdische Menschen deportiert und umgebracht. Im Dezember hält der Zug der Erinnerung im Göttinger Bahnhof und möchte der Opfer gedenken. (mehr…)

Kino

Der Dozent meines Journalismus Seminars hatte schon immer eine Schwäche dafür, seine Studierenden zu absolut abstossenden Veranstaltungen zu schicken. Im letzten Semester durften wir uns eine Podiumsdiskussion über „Urchristentum und Reformation“ und die Frage, ob ein Vergleich dieser sinnvoll sei, anhören und darüber berichten. Heute stand die Filmkritik auf dem Programm. Wir wurden doch allen Ernstes in die Verfilmung des pseudowissenschaftlichen Buches „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken können“ geschickt. Sonntag abend, 23 Uhr, Cinemaxx Göttingen, ich und ein paar Menschen vom Lande, die sich vor Lachen kaum halten konnten. Ich wusste indes nicht, ob ich lachen oder heulen sollte. Mehr bei Monsters.

Hoffentlich lohnt sich der Spaß auch und ich werde irgendwann mal der steinreiche Nachfolger von Günni Jauch.

Verschlüsselt kommunizieren mit Skype

Burkhard Schröder hat diesen Artikel in der Jungle World besser geschrieben.

Viele Menschen machen sich dieser Tage vollkommen zu recht große Sorgen wegen „sicherheitspolitischer“ Maßnahmen wie die gesetzlich beschlossene Vorratsdatenspeicherung, geplanter Onlinedurchsuchung und dergleichen. Auch Journalisten und Anwälte dürfen ab 1.1.08 abgehört werden. Verständlich, dass angesichts dieser Entwicklung immer mehr über Verschlüsselung von Daten nachgedacht wird. Mit der Software Skype lassen sich Telefonate und Chats verschlüsselt übertragen, was jetzt dem BKA ein Dorn im Auge zu sein scheint. (mehr…)